Seit einer guten Woche ist mit Triphunter Deutschlands erster Online-Reiseclub am Start. Registrierte Mitglieder können bei dem Shopping-Club nach eigenen Angaben Reisen um bis zu 50 Prozent günstiger als bei gängigen Online-Reiseportalen buchen.
Im Exklusiv-Interview mit Exciting Commerce verrät Club-Gründer Gabriel Matuschka, warum er manche Mitglieder pro Buchung zweimal zur Kasse bittet, wie er den Preiskampf gegen Expedia gewinnen will und warum reiselustige Internetnutzer ausgerechnet bei Triphunter zuschlagen sollen.
Exciting Commerce: Eine Mitgliedschaft bei Triphunter kostet. Haben Sie etwa Angst davor, dass sich mehr Internetnutzer bei Ihrem Online-Reiseclub registrieren als Ihnen lieb ist?
Gabriel Matuschka: "Eine Anmeldung bei Triphunter ist erst einmal mit gar keine Kosten verbunden. Es ensteht lediglich eine einmalige Gebühr von 12,50 Euro, wenn ein registrierter Nutzer zum ersten Mal eine Reise bucht. Wir möchten mit dieser kleinen Pauschale einer Mitgliedschaft bei Triphunter eine gewisse Wertigkeit vermitteln. Außerdem zahlen von Triphunter-Mitgliedern geworbene Neukunden nie etwas."
Exciting Commerce: Und das ist auch die ganze Wahrheit?
Matuschka: "Unser Ziel ist ein starkes Mitgliederwachstum. Das Geschäft bei einem Online-Reiseclub wie Triphunter läuft aber anders als bei einem klassischen Shopping-Club. BuyVIP oder Brands4Friends können vielleicht 15.000 Paar Socken verkaufen, wir aber nicht 15.000 Mitglieder zum Kurztrip nach Dubai schicken: Soviele Kapazitäten kann uns kein Veranstalter zur Verfügung stellen."
Exciting Commerce: Wobei sich eine Reise nach Dubai auch nicht jeder Internetnutzer ohne weiteres leisten kann.
Matuschka: "Unsere Zielgruppe sind online-affine Deutsche zwischen 25 und 35 Jahren Wir adressieren aber in erster Linie die Young Professionals, die schon einmal kurzfristig 400 Euro in eine Reise investieren können. Über Partnerschaften mit Social Networks wollen wir diese Zielgruppe für unser Angebot begeistern."
Exciting Commerce: Und es hallt kein Aufschrei durch die werberesistente Web-2.0-Welt?
Matuschka: "Wir machen ja kein klassisches Banner-Marketing. Die Community-Nutzer sollen vielmehr sehen, dass es auch einen Online-Reisemarkt abseits von TUI und Thomas Cook gibt. Solche Kooperationen helfen Social Networks, ihr Angebot zu refinanzieren. Und wir können unseren Club einer breiten Nutzerschaft vorstellen."
Exciting Commerce: Die ersten dieser Nutzer kritisierten bereits kurz nach dem Triphunter-Launch die Nähe zum französischen Online-Reiseclub Voyageprive.
Matuschka: "In der Tat ist unser Vorbild Voyageprive. Das wollen wir auch keinesfalls leugnen.Unsere Aufgabe besteht aber vielmehr darin, ein Club-Konzept in dem ohnehin bereits sehr vollen Online-Reisemarkt in Deutschland zu etablieren."
Exciting Commerce: Und wie sind die Erfolgsaussichten?
Matuschka: "Das Beispiel Voyageprive verdeutlicht zumindest, dass es in Frankreich eine Nische für Online-Reiseclubs gibt. Außerdem tun sich die etablierten Reise-Unternehmen etwas schwer damit, in einem neuen Marktsegment wie Vente Privée Fuß zu fassen. Weswegen wir uns als Spezial-Anbieter durchaus Chancen ausrechnen."
Exciting Commerce: Wenn es Ihnen gelingt, Internetnutzern die Skepsis vor dem Club-Konzept zu nehmen. Viele fragen Sie nämlich, warum ausgerechnet Triphunter günstiger als Expedia & Co. sein soll.
Matuschka: "90 Prozent der deutschen Reise-Websites beziehen ihre Angebote über dieselben Internet-Booking-Engines. Das Ergebnis ist, dass auf allen Reise-Seiten dieselben Reisen zum selben Preis zu finden sind. Unser Ansatz ist, gegen diesen Einheitsbrei anzustinken: Wir sprechen die Reiseveranstalter oder Leistungsträger wie Hotels und Airlines nämlich direkt an."
Exciting Commerce: Was radikale Preisnachlässe garantiert?
Matuschka: "Irgendjemand sitzt immer auf Überkapazitäten. Ein Hotelier in Berlin weiß ganz genau, dass im Hochsommer viele Zimmer verfügbar sind, während zur Messezeit im Herbst kein Bett mehr frei ist. Wir fragen an, ob so ein Hotel uns einige Zimmer zur Vermarktung anbietet. Natürlich lässt nicht jeder Reise-Veranstalter oder Hotel-Chef mit sich reden. Wir haben aber bereits Anfragen von Veranstaltern vorliegen, die unseren Reiseclub gerne als Plattform nutzen möchten."
Exciting Commerce: Ein einziges Hotel kann doch aber nicht zehntausende von Triphunter-Nutzern beherbergen?
Matuschka: "Wir müssen natürlich aufpassen, dass unser Angebot immer im Verhältnis zu unserer Mitgliederzahl steht. Sonst heißt es schnell, dass wir nur Lockvogelangebote vermarkten. Aber selbst wenn ein Hotel nur ein Zimmer im August frei hat, können wir immer zwei Übernachtungen an unterschiedlichen Terminen anbieten. Damit haben wir für einen Monat schon einmal 15 Angebote. Wenn es nun ein paar Zimmer mehr sind, kommt schnell ein großes Angebot zusammen."
Exciting Commerce: Das aber sonst ja eigentlich keiner buchen will. Warum dann ausgerechnet bei Triphunter?
Matuschka: "Ich persönlich bin jedem Internetnutzer dafür dankbar, der mir ein Hotel oder eine Reise empfehlen kann. Ich denke, vielen Internetnutzern geht es ähnlich. Wir müssen natürlich unsere Angebote auch so vermarkten, dass unsere Mitglieder sofort buchen wollen. Außerdem wollen wir mit unseren Reisen ja bis zu 50 Prozent unter dem Normalpreis liegen."
Exciting Commerce: Mit wievielen Interessente für solche Angebote rechnen Sie also?
Matuschka: "Wir wollen uns langfristig mit den Kollegen aus Frankreich messen. Unser Ziel ist, bereits in diesem Jahr einen gut zweistelligen Millionenbetrag zu erwirtschaften. Voyageprive kommt bereits auf über 450.000 registrierte Nutzer. Irgendwann wollen wir auch bei Triphunter diese Marke erreichen."
Frühere Beiträge zum Thema:
Die Aussagen von Herrn Matuschka sind nicht richtig.
Die Mitglieder sparen keinen €Cent gegenüber den normalen Preisen der einzelnen Anbieter. Ich habe es selbst ausprobiert und mich bei Triphunter angemeldet.Die Angebote von Triphunter waren exakt die gleichen wie auf den Veranstalter Seiten.
Gruss Klaus
Kommentiert von: Klaus | 01. Februar 10 um 12:57 Uhr