Worin sich Mitglieder in Shopping-Clubs von Online-Kunden der klassischen Versandhändler unterscheiden, hat Martin Groß-Albenhausen ("Der Versandhausberater") treffend analysiert:
"Im normalen Versandhandel haben die Anbieter über Jahrzehnte eine Erwartungshaltung in puncto Lieferbarkeit, Lieferfrist, Retourenverhalten, Zahlungsvarianten erzeugt. Tatsächlich haben die Versender so gut mit diesen Herausforderungen zu leben gelernt, dass es eher Mühe und Aufwand bedeutet, die Prozesse neu zu organisieren."
Nach Einschätzung von Groß-Albenhausen wäre für viele Versender der Aufbau einer zusätzlichen Shopping-Community wegen geringer Margen nicht profitabel, da die Online-Klientel der Versandhändler für zuviele Retouren sorgen würde.
Shopping-Clubs dagegen freuen sich über erstaunlich geringe Retourenquoten. Auch Vente-Privée-Gründer Jacques-Antoine Granjon kann sich über wenige Rücksendungen freuen:
"Ich hatte anfangs beim Handel mit Textilien Bedenken, dass uns die Retouren zu viel kosten. Doch das ist nicht der Fall. Vor allem französische und italienische Online-Shopper möchten einfach günstig Markenware kaufen. Und wenn etwas einmal nicht passt, bekommt eben ein Freund das Produkt geschenkt."
Der psychologische Aspekt bei Shopping-Clubs ("Schnäppchen") garaniert demnach geringe Retourenquoten. Kein Wunder, dass sich daher auch Clubs wie Vente Privée vom traditionellen Online-Handel distanzieren ("Wir machen keinen E-Commerce").
Frühere Beiträge zum Thema:
die geringe Retourenquote mag auch an den eher kundenunfreundlichen Rücksendebedingungen liegen. Da wird schon mal der Versand per internationalem Paket nach Frankreich gefordert, die Rücksendeinformationen unauffindbar auf der Seite versteckt, Kontaktanfragen nicht beantwortet, etc. etc.
Wer Amazon-artigen Kundenservice gewohnt ist, wird bei den Clubs schnell enttäuscht werden.
Kommentiert von: Enk | 18. November 08 um 17:55 Uhr