Über die Zukunftsperspektiven der deutschen Shopping-Clubs hatte erst kürzlich Martin Groß-Albenhausen vom Versandhausberater einen spannenden Beitrag geschrieben:
"Otto hat seinen Gewinn nicht zuletzt deshalb steigern können, weil der Einkauf besser disponiert hat. Das kann für Shopping-Clubs ein Warnsignal sein. Die Frage ist also, ob sich Überhänge "verkürzen" und damit die zur Verfügung stehenden Mengen reduzieren. Das würde zu einer Konsolidierung in dem Markt führen. Es sei denn natürlich, dass Shopping-Clubs keine reinen Abschleusungs-Kanäle mehr sind."
In der Tat heißt es immer wieder, dass Marken für Shopping-Clubs ihre Ware entweder (nach-)produzieren oder inzwischen bereits eigens Sonderkollektionen anfertigen lassen:
"Die Gilt Groupe möchte 2010 von 170 Mio. Dollar (2009) auf 500 Mio. Dollar wachsen. 35 bis 40% der Ware soll dann exklusiv für Gilt produziert werden."
Alexander Graf von Kassenzone geht vor diesem Hintergrund davon aus, dass immer mehr Anbieter dem Beispiel Gilt folgen und Shopping-Clubs daher prinzipiell die folgenden acht Entwicklungsphasen durchleben werden:
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Phase: Overstock Selling
Die Grundidee der Clubs. Interessantes Tool zur Kostenreduktion ohne Markenwerte zu gefährden. - Phase: Ergänzung mit MiniMarken
Weil nicht schnell genug große Marken gewonnen werden können, wird auf kleine unbekannte Marken als Ergänzung zurückgegriffen. - Phase: Ergänzungsproduktion
Die hohe Nachfrage muss bedient werden, um unzufriedene Nutzer zu vermeiden. Dafür wird bei vielen Aktionen Ware extra nachproduziert. - Phase: Eigene Offline/Online Sales Channel
Vente Privée hat einen eigenen stationären Kanal, um Rest-Restbestände abzuverkaufen. Das ist auch bei anderen Anbietern zu erwarten. - Phase: Eigene Kollektionen
Ware, die es niemals im Stationärhandel geben wird, gibt es bei einem Club als Aktion. Damit werden Clubs direkte Konkurrenten der großen Fashion-Ketten. - Phase: Eigenmarkenproduktion
Gilt & Co. werden eigene Marken produzieren und vermarkten. Das haben sie bereits in Phase 2 gelernt und wissen das nun zu skalieren. - Phase: Eigene Stores
Gilt & Co. eröffnen eigenen Flagshipstores in den großen Metropolen und sind damit etablierter Teil der Fashionindustrie geworden. - Phase: Die Fashionindustrie hat sich verändert
Ob Alexander Graf mit seiner spannenden Zukunftsprognose wohl richtig liegt? Solche Beispiele jedenfalls bestätigen bereits heute einige seiner Thesen.
Passend dazu:
Wieso soll sich denn dann die Fashionindustrie verändert haben? Die Metamorphose beschreibt doch letztendlich nur den Weg vom offensichtlich nicht weiter steigerungsfähigen Markt der Grundidee „Overstock Selling“ zu einem ganz „normalen“ Shop-Modell oder einer eigenen Marke über zig Umwege.
Kommentiert von: Torsten | 23. Februar 10 um 15:37 Uhr
Naja, die Aussage ist: Shopping-Clubs wandeln sich vom Partner der Marken zur direkten Konkurrenz. Was schon einmal ein großer Schritt ist. Wenn sich dazu das Prinzip der Clubs durchsetzt (Ware wird erst nach Bestellung produziert), würde sich schon was grundlegendes ändern...
Kommentiert von: Stephan Randler | 24. Februar 10 um 11:14 Uhr